Neuer Hamburger

Kleiderberg

Im Akt der Bewusstwerdung liegt die Möglichkeit zur Veränderung. Mit einer stummen Kundgebung auf dem Gerhard-Hauptmann-Platz in Hamburg demonstrieren wir unsere Fixierung auf die äussere Hülle, auf unser Erscheinungsbild und das damit verbundene Konsumieren-müssen und Ressourcen-verschwenden, in dem wir einen Berg aus Kleidung, ein ephemeres Mahnmal aus Bewegung und Materie aufschichten und abtragen.

Neuer Hamburger Kleiderberg

Singt, backt einen Kuchen und tragt Eure Kleidung so lange es geht! Werdet Teil einer neuen Bewegung und stoppt damit die sinnlose Überproduktion, das verantwortungslose Verschwenden von wertvollen Ressourcen!
Die Kundgebung ist initiiert von Silke Rudolph, mit dabei sind Cliff Huen, Timoleon Papadopoulos, Iris Minich, Verena Brakonier, Lukasz Chrobok, Krischa Weber, Anthoula Bourna und Ursina Tossi.

Hat stattgefunden am

28.05.21
15:00 Uhr
Gerhard-Hauptmann-Platz, Hamburg
29.05.21
10:00 Uhr
Gerhard-Hauptmann-Platz, Hamburg

Eindrücke

Baumwolle: meist produzierte und gereiste Faser der Welt. In Usbekistan geerntet, in der Türkei zu Garn gesponnen, in Tunesien veredelt, in Bangladesh genäht. 26.000 m³ Wasser pro Tonne trocknen den Aralsee aus. Baumwolle verbraucht Pestizide, Mineraldünger, Chlor, Wasserstoff-Peroxyd zum Bleichen, Kunstharze gegen Knittern, Natrium, Ammoniak für die Haltbarkeit, Schwermetalle, um bunt zu sein.

PFC macht Textil- und Lederprodukte wasser- und schmutzabweisend, ist langlebig, aber lagert sich im Gewebe ab, schädigt die Leberfunktion und stört das Hormonsystem.

Zinnorganische Verbindungen wirken antibakteriell, werden in Socken, Schuhen und Sportkleidung gegen Schweißgeruch eingesetzt.

Schwermetalle (Cadmium, Blei, Kupfer) sind in Farbstoffen und Pigmenten, reichern sich im Körper an, schädigen das zentrale Nervensystem. Chrom wird zum Gerben von Leder benutzt, ist krebserregend.

Phthalate sind Weichmacher, werden in der Textilindustrie für Kunstleder, Gummi und in Farbstoffen genutzt. Sie hemmen die Entwicklung der Geschlechtsorgane bei Menschen und anderen Säugetieren.

Alkylphenolen - in der Textilindustrie genutzt zum Waschen der Textilien während des Färbens - wirken wie Östrogene, stören die Entwicklung der Geschlechtsorgane von Fischen und anderen Wassertieren.

Azofarbstoffe können bei Hautkontakt Krebs auslösen.

Leinen wird aus der Flachsfaser gewebt, die ist robust, braucht beim Anbau viel weniger Chemikalien als Baumwolle. Hauptanbaugebiete China und Frankreich, Belgien. Leinen ist als einzige Naturfaser in kontrolliert biologischer Qualität aus europäischem Anbau auf dem Markt.

Jute wächst in den Tropen, hauptsächlich in Indien und Bangladesch. Sie ist die zweithäufigst verarbeitete Naturfaser - für Verpackungen, Säcke, Teppiche, als Dämmstoff – ein natürliches Multitalent und komplett biologisch abbaubar.

Hanf wird hauptsächlich in China und Nordkorea angebaut. In Deutschland war Hanfanbau von 1982 bis 1995 als mögliches Betäubungsmittel verboten.  Nutzhanf ist heute wieder erlaubt. Er ist, obwohl fast genauso angenehm wie Baumwolle zu tragen, auf dem Textilmarkt nur ein Nischenprodukt.

Herzlichen Dank an die Textil-Recycling Nord Gmbh, insbesondere Selahattin Kursun und Nexhip Gjikolli, ohne deren Unterstützung das Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ - STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz.

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